
Ein Schraubenkompressor erzeugt üblicherweise einen Schallleistungspegel (Lwa) im Bereich von 79 bis 90 dB(A), während der Schalldruckpegel (Lwp) am Arbeitsplatz meist bei 59 bis 70 dB(A) liegt. Diese beiden Werte sind nicht dasselbe, und ihre Verwechslung ist der häufigste Fehler beim Vergleich von Modellen. Der erste Schritt besteht daher darin, herauszufinden, welche Größe der Hersteller auf dem Typenschild angibt, und anschließend eine eigene Messung direkt im Betrieb durchzuführen, da Installation und Raumakustik den tatsächlichen Wert erheblich verändern können. Normen zur Lärmmessung sowie Fachberatung bietet dazu auch Kompresory-vzduchotechnika.
Kurz zusammengefasst:
- Der Hersteller gibt unterschiedliche Werte für Schallleistung (Lwa) und Schalldruck (Lwp) an, die durch eigene Messung unter Berücksichtigung des Installationsortes überprüft werden müssen.
- Die meisten Kompressoren erreichen im Betrieb eine Lautstärke von 59 bis 70 dB(A) beim Schalldruck und von 79 bis 90 dB(A) bei der Schallleistung, wobei der tatsächliche Wert im praktischen Einsatz meist um 5 bis 10 dB höher liegt.
- Der Einsatz von schalldichten Gehäusen, Antivibrationsunterlagen und korrekter Rohrbefestigung kann die Lärmausbreitung im Arbeitsbereich deutlich reduzieren.
- Beim Vergleich von Katalogangaben sollten die Messbedingungen und die Bestätigung der Ermittlungsmethode des Wertes angefordert werden, da ohne diese Angaben die tatsächliche Lautstärke nicht orientierend nachvollzogen werden kann.
- Sofortmaßnahmen bei hoher Lärmbelastung umfassen Messung, Wartung und Installation von Schallschutzelementen, wobei Investitionen in die Isolierung ohne vorherige Überprüfung des tatsächlichen Zustands meist überflüssig sind.
Inhalt
- Was bedeuten Lwa, Lwp und dB(A) beim Kompressor
- Wie hoch ist die typische Lautstärke von Schraubenkompressoren im Betrieb?
- Wie vergleicht man die Lautstärke von Kompressoren anhand von Katalogdaten?
- Wie Kompresory-vzduchotechnika die Lautstärke in der Praxis misst und löst
- Wann die Lautstärke sofort angehen und in welcher Reihenfolge vorgehen
- Lösungen für einen leiseren Betrieb von Kompressoren
- Nützliche Quellen zum Weiterlesen
- Häufig gestellte Fragen
Was bedeuten Lwa, Lwp und dB(A) beim Kompressor
Der Schallleistungspegel (Lwa) beschreibt die Gesamtmenge an Schallenergie, die eine Maschine an die Umgebung abgibt, unabhängig von der Entfernung. Der Schalldruckpegel (Lp, oft als Lwp geschrieben) gibt hingegen an, wie stark der Schall an einem bestimmten Ort auftrifft, typischerweise in einem Meter Entfernung vom Gehäuse des Kompressors. Es handelt sich um den Unterschied zwischen der Energiemenge, die die Quelle erzeugt, und dem, was eine Person, die neben der Maschine steht, tatsächlich hört.

Die Einheit dB(A) wird deshalb verwendet, weil der Bewertungsfilter „A“ die Empfindlichkeit des menschlichen Ohrs nachbildet, das nicht alle Frequenzen gleich intensiv wahrnimmt. Ohne diesen Filter würden die Zahlen nicht dem tatsächlichen subjektiven Lärmempfinden entsprechen.
Die Vergleichbarkeit der Daten hängt von den Messbedingungen ab:
- Abstand des Mikrofons von der Quelle (üblicherweise 1 Meter),
- konkreter Messpunkt (Vorder-, Seiten- oder Oberseite des Gehäuses),
- akustische Reflexionsfähigkeit des Raumes, in dem die Messung durchgeführt wird.
Zwei Kompressoren mit identischen Katalogangaben können sich in der Praxis daher unterschiedlich verhalten. Ein Gerät, das in einer kleinen Werkstatt mit glatten Wänden aufgestellt ist, klingt lauter als dasselbe Modell in einer größeren, schallgedämmten Halle, auch wenn in beiden Datenblättern derselbe Wert angegeben ist.
Wie hoch ist die typische Geräuschentwicklung von Schraubenkompressoren im Betrieb?
Die Richtwerte für größere geschlossene Schraubenaggregate liegen bei etwa Lwp 59 bis 70 dB(A) und Lwa 79 bis 90 dB(A). Die Streuung ist relativ groß, da sie von der Motorleistung, der Gehäusekonstruktion sowie der Drehzahl beeinflusst wird.
Praktische Messungen im Betrieb ergeben oft Werte, die um 5 bis 10 dB höher liegen als die Katalogdaten — der Grund dafür liegt meist in der Aufstellung der Maschine, der Nähe zu Wänden oder harten Böden, die den Schall reflektieren statt zu dämpfen.
Verkleidete Aggregate mit schallisoliertem Gehäuse zählen zu den leiseren Lösungen und eignen sich für Räume, in denen Personen in der Nähe der Maschine arbeiten. Offene Aufstellungen, wie sie in Industriehallen mit zentraler Kompressorstation üblich sind, begrenzen den Lärm nicht und verlassen sich auf Abstand oder die bauliche Isolierung des Raums. Mobile Ausführungen für den Baustelleneinsatz sind in der Regel lauter, da die kompakte Bauweise und das fehlende schalldichte Gehäuse die Übertragung von Vibrationen in die Umgebung erhöhen. Für das Arbeitsumfeld hat das direkte Auswirkungen. Ein Geräuschpegel, der die üblicherweise akzeptierten Grenzwerte bei ganzschichtiger Exposition überschreitet, erfordert einen Gehörschutz, während niedrigere Pegel in der Regel die normale Kommunikation in der Halle nicht beeinträchtigen.
Wie vergleicht man die Geräuschentwicklung von Kompressoren anhand von Katalogdaten?
Die Angabe „Geräuschpegel 70 dB“ ohne weiteren Kontext hat für einen Vergleich keinerlei Aussagekraft. Man weiß nicht, ob es sich um den Schallleistungspegel oder den Schalldruckpegel handelt, noch unter welchen Bedingungen die Messung durchgeführt wurde. Ebenso taucht in der Praxis häufig ein Referenzwert von rund 85 dB auf, der stets auf dieselbe Weise überprüft werden muss, da er allein nichts über die Art der Größe aussagt.
Bevor Sie zwei Modelle vergleichen, fordern Sie beim Lieferanten konkrete Unterlagen an:
- Art der angegebenen Größe (Lwa oder Lp),
- Messabstand und Messpunkt,
- Art des Gehäuses (offen, geschlossen, schallgedämmter Kasten),
- Motordrehzahl und Kühlart (luft- oder ölgekühlt),
- Messprotokoll gemäß der jeweiligen Norm.
Fordern Sie einen Messbericht an, der die Messbedingungen einschließlich der Raumgeometrie enthält. Ohne diesen lassen sich Modelle verschiedener Hersteller nicht direkt vergleichen, da jeder unter anderen Bedingungen getestet haben könnte. Eine Schätzung des tatsächlichen Pegels am Aufstellort kann mittels einer einfachen Berechnung unter Berücksichtigung der Wandreflexion erfolgen, genauer ist jedoch stets eine Betriebsmessung direkt in der Halle.
| Zu überprüfender Parameter | Warum er entscheidend ist |
|---|---|
| Größentyp (Lwa/Lp) | Unterscheidet die Leistung der Quelle von der Auswirkung an einem konkreten Ort |
| Messabstand | Beeinflusst den gemessenen Druckwert |
| Gehäusetyp | Ein geschlossenes Gehäuse dämpft den Lärm deutlich stärker als eine offene Konstruktion |
| Motordrehzahl | Höhere Drehzahlen erhöhen üblicherweise die Strömungsgeräusche |
| Messnorm | Gewährleistet die Vergleichbarkeit zwischen Herstellern |
Die Akustik des Betriebsraums selbst spielt eine Rolle, die der Katalog nie berücksichtigen kann. Eine Halle mit Betonwänden und hoher Decke reflektiert den Schall anders als eine Werkstatt mit Akustikdecken, und das sogar bei identischer Maschine. Eine ausführliche Übersicht der technischen Vorteile verschiedener Bauweisen finden Sie im Vergleich von Schraubenkompressoren für die Industrie.
Wie Kompresory-vzduchotechnika die Lärmbelastung in der Praxis misst und löst
Die interne Methodik basiert auf wiederholten Messungen an einem definierten Punkt (üblicherweise ein Meter vom Gehäuse entfernt, in einer der Bedienperson entsprechenden Höhe), mit mehreren Wiederholungen aufgrund der Schwankungen der Motorlast. Die gemessenen Daten werden mit dem Datenblatt des Herstellers sowie mit dem realen Verhalten im konkreten Betrieb verglichen.
Praktische Maßnahmen, die sich in der Praxis am häufigsten bewährt haben:
- Installation von Antivibrationsunterlagen unter die Füße des Kompressors,
- flexible Befestigung der Rohrleitungen, damit sich Vibrationen nicht auf das Verteilsystem übertragen,
- Schallschutzhauben und -boxen für Einheiten, die in Wohnnähe aufgestellt sind,
- Kontrolle und Austausch der Filter im Rahmen der regelmäßigen Wartung, die einen Anstieg des Strömungsgeräuschs verhindert.
Antivibrationsunterlagen und die korrekte Befestigung der Rohrleitungen gehören zu den schnellsten und günstigsten Maßnahmen, um die auf die Gebäudekonstruktion übertragene Lärmbelastung zu reduzieren. Für Techniker, die konkrete Servicearbeiten durchführen, ist die Anleitung zur Entlüftung des Kompressors sowie die Übersicht der Methoden zur Lärmminderung von Kompressoren, die technische Maßnahmen ausführlicher beschreibt, hilfreich.
Wann die Lärmbelastung sofort angegangen werden muss und in welcher Reihenfolge vorzugehen ist
Wenn der Lärmpegel das Gehör der Bedienperson gefährdet oder die Grenzwerte für die Arbeitsumgebung überschreitet, handeln Sie sofort. Es handelt sich nicht um ein ästhetisches Problem, sondern um die Arbeitssicherheit. Geht es nur um den Komfort in der Halle ohne Personen in der Nähe, kann systematisch und ohne Eile vorgegangen werden.
Die empfohlene Reihenfolge ist klar: zuerst den tatsächlichen Pegel vor Ort messen, dann die Wartung überprüfen (Filter, Schmierung, Lager), anschließend eine Antivibrations-Befestigung ergänzen und erst als letzten Schritt eine Schallschutzhaube oder eine Raumisolierung in Angriff nehmen. Das Überspringen der Messung und die direkte Investition in die Isolierung ist die häufigste unnötige Ausgabe, die wir bei Kunden immer wieder beobachtet haben.
— Zdeněk
Lösungen für einen leiseren Betrieb von Kompressoren
Eine geringere Lautstärke des Schraubenkompressors beginnt oft bei der Qualität der Luftaufbereitung und -verteilung, nicht nur beim Motor selbst. Kompressory-vzduchotechnika bietet konkrete Kategorien an, die helfen, den Betriebslärm sowie den Energieverbrauch des Systems zu senken.
Druckluftaufbereitungseinheiten bis 18 bar begrenzen turbulente Strömungen in der Leitung, die oft eine der Lärmquellen sind. Die Filtration nach der Norm ISO 8573 reduziert die Belastung des Kompressors und damit auch dessen Lautstärke bei längerem Betrieb. Für Betriebe, bei denen die Energieeinsparung Priorität hat, bieten wir die SCR-Regelung für Schraubenkompressoren an, die unnötigen Betrieb bei hoher Drehzahl begrenzt, und für die anspruchsvollsten Anwendungen auch Spiralkompressoren als leisere Alternative.
Wenn Sie eine Lärmmessung vor Ort oder eine Beratung zur Auswahl der geeigneten Einheit bestellen möchten, kontaktieren Sie Kompressory-vzduchotechnika und vereinbaren Sie einen Termin direkt im Betrieb.

Nützliche Quellen zum Weiterlesen
Einzelheiten zu den technischen Maßnahmen finden Sie in der Übersicht der Methoden zur Lärmreduzierung bei Kompressoren. Die Diagnose von Leckagen, die den Lärm verstärken, beschreibt die Anleitung zur Behebung von Luftlecks, und den weiteren Zusammenhang mit dem Gesundheitsschutz fasst der Artikel über Lärmreduzierung im Betrieb zusammen.
Häufig gestellte Fragen
Wie dämmt man einen Kompressor?
Den schnellsten Effekt bringen Antivibrationsunterlagen unter den Füßen, eine flexible Befestigung der Rohrleitungen und ein regelmäßiger Filterwechsel. Bei dauerhaft lauten Einheiten hilft dann eine Schallschutzhaube oder die Aufstellung in einem separaten, isolierten Raum.
Wie laut ist eine Lautstärke von 40 dB?
Der Pegel, der einem leisen Gespräch oder einem ruhigen Büro entspricht, liegt deutlich niedriger. Schraubenkompressoren bewegen sich üblicherweise deutlich höher, beim Schalldruck typischerweise zwischen 59 und 70 dB(A).
Wie funktioniert ein Schraubenkompressor im Prinzip?
Zwei ineinandergreifende Rotoren verdichten die Luft durch eine gleichmäßige Drehbewegung in einem geschlossenen Raum, ohne die pulsierende Bewegung eines Kolbens. Dieses Prinzip führt zu einem gleichmäßigeren Luftstrom sowie zu einem anderen Geräuschcharakter.
Was ist der Unterschied zwischen einem Kolbenkompressor und einem Schraubenkompressor hinsichtlich der Geräuschentwicklung?
Kolbenkompressoren erzeugen aufgrund der unterbrochenen Kolbenbewegung ausgeprägtere Impulsgeräusche, während Schraubenkompressoren gleichmäßigere, aber dauerhaftere Vibrationen erzeugen. Die Wahl zwischen beiden hängt daher auch davon ab, ob der Komfort des Bedienpersonals oder die langfristige Lärmexposition entscheidender ist.
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