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Ein Pneumatikzylinder wandelt die Energie von Druckluft in mechanische Bewegung um, wobei die Kraft proportional zur Kolbenfläche und zum Arbeitsdruck ist.
| Pneumatikzylinder dienen als Linearantriebe, beispielsweise in einfachen Manipulatoren, die Teile oder Halbzeuge mit geringerer Traglast in gerader Richtung bewegen. Zylinder können nicht nur lineare, sondern auch Dreh- oder Schwenkbewegungen realisieren. Dies eignet sich zur Steuerung von Greifern, Peripherieelementen von Robotern und Anlagen an automatisierten Arbeitsplätzen. | ![]() |
Pneumatische Antriebe werden häufig in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, wo Sauberkeit im Betrieb gewährleistet sein muss (weshalb sich Hydrauliksysteme dort weniger eignen).
Wo Pneumatikzylinder eingesetzt werden
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Vorteile von Pneumatikzylindern
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Kriterien für die Auswahl eines Pneumatikzylinders
1. Typen von Pneumatikzylindern
- einfachwirkend, doppeltwirkend
- mit Magnet, ohne Magnet
- runder oder unrunder Querschnitt
- normkonform (ISO 6432, ISO 15 552, CNMO)
- mit einstellbarer Endlagendämpfung
- mit Kolbenstange, kolbenstangenlos
2. Zylinderabmessungen: Bestimmung des passenden Kolbendurchmessers nach erforderlicher Zug- oder Druckkraft
3. Kolbenhub
4. Befestigungsart des Zylinders im pneumatischen System
5. Umgebung – Temperatur, Feuchtigkeit, Staubbelastung usw.
Einfachwirkend oder doppeltwirkend?
Einfachwirkender ZylinderLuft wird nur von einer Seite zugeführt, sodass die Druckkraft nur in eine Richtung wirkt. Nach Unterbrechung der Luftzufuhr wird die Kolbenstange durch Federkraft in die Ausgangslage zurückgebracht. Diese Zylinder werden für Hübe bis 50 mm eingesetzt. Zur Steuerung werden meist 3/2-Wege-Ventile verwendet. Vorteile sind der geringere Luftverbrauch. Da die Feder gegen den Luftdruck wirkt, ist die nutzbare Kraft jedoch um die Federkraft geringer. Zudem sind sie durch den Bauraum der Feder bei gleichem Hub länger als doppeltwirkende Modelle. |
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Doppeltwirkender ZylinderLuft wird von beiden Seiten zugeführt, sodass beide Bewegungsrichtungen durch Druckluft realisiert werden. Dies ermöglicht größere Hübe (bis zu 2 m). Zur Steuerung werden meist 5/2- oder 5/3-Wege-Ventile verwendet. Die Bewegung ist schnell, gleichmäßig und in beiden Richtungen geschwindigkeitsregulierbar. Beim Einfahren wird weniger Kraft entwickelt als beim Ausfahren, da die wirksame Kolbenfläche um die Fläche der Kolbenstange reduziert ist. |
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Pneumatikzylinder mit Magnet
| Wenn Sie die Position des Kolbens überwachen müssen, wählen Sie einen Zylinder mit Magnet. Am Zylinder wird ein Positionssensor montiert (oft in einer Nut), der das Feld des im Kolben integrierten Magneten detektiert. | ![]() |
Einstellbare Endlagendämpfung
Harte Schläge am Hubende können zu Defekten führen. Eine einstellbare Dämpfung ermöglicht ein sanftes Stoppen. Kurz vor der Endlage fährt ein Dämpfungszapfen in eine Vertiefung im Zylinderdeckel ein. Die eingeschlossene Luft wird komprimiert und bremst den Kolben ab. Die Luft entweicht kontrolliert über eine kleine einstellbare Öffnung.
Kolbenstangenlose Zylinder
In Systemen mit Platzmangel wählt man kolbenstangenlose Zylinder. Der Kolben ist hierbei direkt mit einem äußeren Schlitten gekoppelt. Diese Zylinder werden mit Hublängen von bis zu 5,7 m gefertigt.

Wahl der richtigen Zylindergröße
Der Schlüssel zur Größe ist die erforderliche Druck- oder Zugkraft. Diese hängt von der Kolbenfläche und dem Luftdruck ab. Ein zu großer Zylinder ist teuer in der Anschaffung und im Betrieb (hoher Luftverbrauch). Ein zu kleiner Zylinder liefert nicht die nötige Kraft oder erfordert einen unwirtschaftlich hohen Betriebsdruck.
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Horizontale oder vertikale Installation? Bei vertikaler Montage muss der Kolben beim Aufwärtsfahren die Schwerkraft überwinden. Beim Abwärtsfahren beschleunigt die Schwerkraft zusätzlich. Daher sind Drosselventile zur Geschwindigkeitsbegrenzung und Verringerung der Aufprallenergie oft unerlässlich. |
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Zylinder mit FührungKolbenstangen sind primär für axialen Druck ausgelegt. Treten Radiallasten (senkrecht zur Achse) auf, sollte eine externe Führung verwendet werden. Ohne diese Führung kann der Zylinder vorzeitig verschleißen oder undicht werden. |
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Übersicht über das Pneumatikzylinder-Sortiment
Kleinzylinder ISO 6432
(Durchmesser 8 bis 25 mm). Auch für ungeölte Druckluft geeignet. Gehäuse aus Aluminium oder Edelstahl erhältlich.
Zylinder ISO 15 552
Zeichnen sich durch hohe Biege- und Torsionssteifigkeit aus. Standard für industrielle Anwendungen.
Kompaktzylinder ISO 21287
Ideal für Anwendungen mit begrenztem Bauraum bei Einhaltung standardisierter Befestigungsmaße.
GreiferDas Sortiment umfasst auch pneumatische Komponenten für Greiferbewegungen:
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